Türkei spielt mit dem Feuer

Zum erklärten Krieg der Türkei gegen den islamischen Staat (IS) erklärt Dr. Hikmat Al-Sabty, Mitglied des Landesvorstandes und der Linksfraktion im Landtag, Folgendes:
Das Selbstmordattentat vom 20. Juli im türkischen Suruc mit 32 Toten war Anlass zur Kriegserklärung der Türkei gegen den IS.
Tatsächlich hat die Türkei einige Operationen gegen den IS geführt.
Aber dabei scheint es sich nur um Augenwischerei zu handeln, denn in erster Linie bombardiert sie die Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Türkei und die der kurdischen Volkeseinheiten (YPG) in syrischen Gebieten.
In erster Linie richtet sich Erdogans Kampf in Wirklichkeit gegen die Kurden, was extrem deutlich daran wird, dass er am 29.07.2015 alle Abgeordneten der Kurdenpartei HDP, die im Parlament 80-Sitze innehat, verhaften ließ.
Damit zeigt Erdogan sein wahres Gesicht. Ihm geht es nicht um die Bekämpfung des IS, ihm geht es nur um die Bekämpfung der Kurden.
Die Kurden in Syrien und Irak sind aber die, die effektiv gegen den islamischen Staat kämpfen. Das haben sie mit der Befreiung der Stadt Kobane von den Händen des IS bewiesen.
Die NATO-Partner solidarisieren sich mit der Türkei im Kampf gegen den “Terrorismus“, erwähnen dabei die Angriffe gegen PKK und YPG nicht. Die NATO betrachtet die Luftangriffe der türkischen Armee auf die Kurden als Bekämpfung des Terrorismus.
Diese Situation ist gefährlich und setzt auch das Leben vieler Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern aufs Spiel. Denn seit langer Zeit befinden sich auch deutsche, und darunter Soldaten aus M-V an der türkisch-syrischen Grenze.
Wegen des neu aufgenommen Kampfes gegen die Kurden, ist mit einer großer Flüchtlingswelle aus den syrisch-türkisch Kurdengebieten nach Deutschland zu rechnen.
Wir appellieren an die türkische Regierung zum eingeschlagenen Weg des Friedenprozesses mit den Kurden zurück zu kehren. Wir fordern den Abzug der Patriots-Raketten aus der Türkei. Gleichzeitig soll die Bundesregierung ihren NATO Partner Türkei zur Vernunft aufrufen.