Arbeitslosenstatistik verschweigt ein Drittel der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern

Heidrun Bluhm, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern erklärt zur Mai-Arbeitsmarktstatistik:
Die rot-schwarze Landesregierung feiert sich selbst für die typische Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt und die angeblich unter 100.000 gesunkene Zahl von Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern. Doch das ist nur die halbe oder besser gesagt die Zweidrittel-Wahrheit. Denn die offizielle Statistik verschweigt ein Drittel der Arbeitslosen. Über 32.000 Menschen in Arbeitslosigkeit werden verschwiegen – Menschen, die krank gemeldet sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen. Auch wer von privaten Arbeitsvermittlern betreut wird, zählt laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht als arbeitslos. Tatsächlich sind über 129.000 Menschen im Land von Arbeitslosigkeit betroffen.
Statt Eigenlob sollte sie Landesregierung ihre Arbeitsmarktpolitik hinterfragen! Die Abwanderung von Arbeitskräften hält an und die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen steigt weiter an. Ich unterstütze die Forderung Linksfraktion im Landtag, von der Landesregierung eine detaillierte Analyse zur Arbeitsmarkt- und Vermittlungssituation in Mecklenburg-Vorpommern und ein stärkeres Engagement bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Integration von Jugendlichen, Älteren, Langzeitarbeitslosen, Schwerbehinderten und Ausländern zu verlangen.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung muss sich endlich von der Billiglohnpolitik verabschieden und sich zu flächendeckenden gesetzlichen Mindestlöhnen bekennen. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern hat die Billiglohnpolitik zu Fachkräftemangel in einzelnen Branchen geführt. Dieser Trend muss gestoppt werden! DIE LINKE bleibt bei ihrer Forderung nach einem Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde und nach der Einschränkung von Minijobs und Leiharbeit.