Reicht die Rente mit 100 – oder darf’s ein bisschen länger sein?

Zu den Vorschlägen u.a. vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das Renteneintrittsalter auf 73 Jahre heraufzusetzen, erklärt der Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Helmut Holter:

„Der Beginn der Altersrente mit 67 Jahren ab dem Jahr 2029 reicht den Unternehmern offenbar immer noch nicht. Der Prozess dieses beispiellosen Rentenklaus ist noch nicht einmal annähernd abgeschlossen, da werden die Rufe laut, den Rentenbeginn ohne Abschläge auf das vollendete 73. Lebensjahr hinauszuschieben. Es wird nicht lange dauern, dann reicht auch das nicht aus. Droht bald die Rente mit 100? Oder darf’s noch ein bisschen länger sein? Begründet wird diese Zumutung mit dem Rückgang der Beitragszahler. Die heutige Relation von drei Beitragszahlern zu einem Rentner müsse erhalten werden, sonst drohe den Unternehmen Überlastung.

Zu den Vorschlägen u.a. vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das Renteneintrittsalter auf 73 Jahre heraufzusetzen, erklärt der Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter:  
„Der Beginn der Altersrente mit 67 Jahren ab dem Jahr 2029 reicht den Unternehmern offenbar immer noch nicht. Der Prozess dieses beispiellosen Rentenklaus ist noch nicht einmal annähernd abgeschlossen, da werden die Rufe laut, den Rentenbeginn ohne Abschläge auf  das vollendete 73. Lebensjahr hinauszuschieben. Es wird nicht lange dauern, dann reicht auch das nicht aus. Droht bald die Rente mit 100? Oder darf’s noch ein bisschen länger sein? Begründet wird diese Zumutung mit dem Rückgang der Beitragszahler. Die heutige Relation von drei Beitragszahlern zu einem Rentner müsse erhalten werden, sonst drohe den Unternehmen Überlastung.
Eine Unwahrheit wird durch die Wiederholung nicht wahr! Nicht die Zahl der Beitragszahler entscheidet über die Renten, es sind die Beiträge. Es werden immer mehr Beschäftigte mit geringen Löhnen, die entsprechend wenig in die Rentenkasse zahlen. Wer mit der Zahl der Menschen argumentiert, der begibt sich gedanklich in die Zeit vor der Sozialversicherung, die ist bekanntlich über 130 Jahre her. Die Verfechter dieser alten Vorstellungen müssen endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die Rente aus den Beiträgen speist. Deshalb muss die Basis der Einzahler verbreitert und alle Einkommen herangezogen werden. Und wir brauchen bessere Löhne, ein Schritt dahin ist eine stärkere Tarifbindung auch in M-V.
Die Möglichkeiten, die Rente auch für künftige Generationen zu sichern, sind da. Die Produktivität in den Unternehmen und deren Gewinne haben sich in den vergangenen Jahren nochmals deutlich erhöht. Allein, seit den Schröderschen Reformen profitieren davon hauptsächlich die Arbeitgeber. Das muss ein Ende haben. Auch die Beschäftigten müssen an den Gewinnen wieder beteiligt werden.“