Ausverkauf in Prora stoppen – Landkreis Vorpommern-Rügen steht in der Verantwortung

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat angekündigt, auch den letzten noch im öffentlichen Besitz befindlichen Block V in Prora an private Investoren zu verkaufen. Die Kosten in Höhe von 5 Millionen Euro für den ursprünglich geplanten Ausbau des Mittelteils des Blockes zu einem Informations- und Bildungszentrum kann der Landkreis nicht alleine aufbringen, so der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen. Eine Förderung durch das Land, den Bund oder die EU sei nicht zustande gekommen. Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner, die für den Wahlkreis 15 Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I in ihrer Fraktion DIE LINKE verantwortlich ist: 
„Die öffentliche Hand ist in der Pflicht, den historisch bedeutsamen Ort Prora auch als ein Ort der Erinnerung und der geschichtlichen Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR zu erhalten. Die Realisierung eines Informations- und Bildungszentrums im Block V ist noch immer wichtig und richtig und sollte am Ende auch durch öffentliche Mittel finanzierbar sein. Der Landkreis Vorpommern-Rügen ist gefordert und muss schnell Gespräche mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern beginnen, um eine Finanzierung durch Landesmittel sowie Bundes- und EU-Förderprogrammen zu realisieren. Würden in Prora ausschließlich Ferienwohnungen entstehen, hätte es zur Folge, die historischen Wurzeln des Ortes, immerhin eine der größten architektonischen Hinterlassenschaften des NS-Regimes, einfach abzuschneiden. Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte ist in Prora unerlässlich. Darüber hinaus braucht die Jugendherberge eine langfristige Perspektive, um auch nicht-kommerzielle Ferienangebote an diesem Ort zu bewahren“, so die Bundestagsabgeordnete von Rügen Kerstin Kassner.
„Der Landkreis Rügen hat seinerzeit wichtige Vorarbeit geleistet, etwa in dem er mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung eine Machbarkeitsstudie zum geplanten Informations- und Bildungszentrums erstellen ließ. Die Entwicklung von Block V war für die Weiterentwicklung des gesamten Baukomplexes eine Initialzündung. Das Prora-Zentrum und des Dokumentationszentrum Prora haben bisher vorbildliche Bildungs-, Forschungs- und Ausstellungsarbeit für Kinder und Erwachsene geleistet, die unbedingt weiter unterstützt und erhalten werden muss. Es ist daher völlig unverantwortlich die Arbeit der vielen engagierten Freiwilligen einfach zu beenden und sich der Aufgabe durch Privatisierung zu entledigen“, so Kerstin Kassner weiter.