Energiewende ja, aber nicht mit aller Macht und zu jedem Preis
Kerstin Kassner kritisiert die aktuelle Landesentwicklungsplanung in Mecklenburg-Vorpommern, die zusätzliche Gebiete für Off-Shore-Windkraftanlagen vorsieht. Diese sollen bis zu 6 Kilometer vor der Küste liegen dürfen, was die einmalige Naturlandschaft der Ostseeküste gefährdet:
Gerade überarbeitet Mecklenburg-Vorpommern seine Landesentwicklungsplanung. Darin werden zusätzliche Gebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen und sie sollen bis auf 6 Kilometer an die Küsten heranrücken dürfen. Das ist nicht akzeptabel! Ich hoffe, dass sich viele Menschen und Kommunen gegen diese Vorhaben aussprechen. Dabei geht es nicht nur um die Gefahr der Beeinträchtigungen des Tourismus, sondern auch darum, nicht noch mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu gefährden sowie Fischerei und Schifffahrt zu behindern. Für mich gibt es ein Recht auf Schönheit unberührter Küstenlandschaften einschließlich romantischer Sonnenuntergänge am Strand erleben zu können. Der Mensch ist Teil seiner Umwelt. Dies ist an unseren Küsten ganz besonders erlebbar. Tausende Gäste schöpfen Kraft aus dem Anblick des Meeres, aus dem Erlebnis des Kulturerbes Buchenwälder auf Jasmund. Dies werden wir nicht opfern für mehr Gewinn bei großen Energiekonzernen.
Wir von der LINKEN fordern einen verstärkten Ausbau regionaler Energiekreisläufe. Vor allem für die großen Konzerne ist es lukrativ auf noch mehr Offshore-Windkraftanlagen zu setzen. Der Ausbau sollte mit Augenmaß vorgenommen werden und verhältnismäßig bleiben.
Als Linke unterstütze ich die Energiewende, die gerade durch die aktuelle Bundesgesetzgebung kräftig ausgebremst werden könnte. Energiewende heißt für mich allerdings nicht, dass wir wie mit Scheuklappen nur noch über ständig steigenden Verbrauch und mehr Erzeugung reden. Ich vermisse deutlichere Anstrengungen zur Energieeinsparung zum Beispiel durch konsequentere Gebäudesanierung.
