Geduld der Menschen ist erschöpft – Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen!
Die Volkswerft Stralsund trägt ihren Namen, weil sie ab 1948 vom und für das Volk aufgebaut wurde. Mit der Wende erfolgte die Privatisierung, um sie für die Marktwirtschaft fit zu machen. Von den vielen Millionen, die dafür in erster Linie von den Steuerzahlern aufgebracht wurden, verschwanden allerdings nicht wenige auf dubiosen und niemals komplett aufgeklärten Wegen in Richtung der neuen Eigner im Westen. Überhaupt verwandelte sich das Unternehmen oder besser die Beschäftigten in den Folgejahren zum Spielball neuer Eigentümer. Wer bei der Stange blieb, ungefragt bleiben musste, war stets der Steuerzahler, der letztlich auch für die Landesbürgschaften aufkommen musste, die jetzt mit dem Verkauf der Fähren weit unter Wert nicht im Sande versickern, sondern vielmehr in den Taschen der Profiteure dieser Entwicklung landen.
Lange haben die Werftarbeiter und viele Betroffene stillgehalten, obwohl die Volkswerft das wirtschaftliche Herzstück einer ganzen Region ist. Ihre Geduld wurde nicht belohnt. Außer blumiger, manchmal auch markiger Töne kam wenig von der Politik.
Es ist längst an der Zeit, einzugestehen, dass „der Markt“ eben nicht alles richtet. Wenn die Politik nicht den Willen und die Kraft entwickelt für eine demokratische Einflussnahme auf die Wirtschaft zu sorgen, laufen ganze Regionen wie die unsere Gefahr von Wohlstand und Entwicklung abgekoppelt zu werden. Das darf nicht geschehen! Deshalb gehört meine Solidarität den Werftarbeitern, ihren Familien und allen, die an ihrer Seite stehen. Es ist zudem ihr gutes Recht zu erwarten, dass die politischen Verantwortungsträger aus Schwerin und Berlin sich ihnen endlich zum Gespräch vor Ort stellen.
