Kulturtourismus stärken heißt Regionen und Kommunen entwickeln
Kerstin Kassner, tourismuspolitische Sprecherin der Bundestagfraktion DIE LINKE, kritisiert den Antrag der Regierungskoalition zum Kulturtourismus in Deutschland und fordert konkrete zukunftsweisende Initiativen, um die Regionen und Kommunen mit Hilfe des Kulturtourismus weiter zu entwickeln.
„In ihrem Antrag mit dem Titel „Kulturtourismus in den Regionen weiterentwickeln“, der heute im Deutschen Bundestag debattiert wurde, haben die Regierungsfraktionen „festgestellt, begrüßt und aufgefordert“. Weiter heißt es, sie wollen Ihre Arbeit auf dem Gebiet „fortsetzen und prüfen“. Was dagegen fehlt, sind konkrete, in die Zukunft gerichtete Initiativen und Maßnahmen, um die großen Potenziale im Kulturtourismus zu heben und die Regionen und Kommunen in Deutschland dadurch weiterzuentwickeln. Der Kulturtourismus hat unzweifelhaft ein riesiges Potenzial. Eine herausragende Rolle spielen dabei die UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe-Stätten. Aber auch die vielseitige Theater- und Orchesterlandschaft mit seinen zahlreichen Stadttheatern, Staatstheatern und Landesbühnen, Museen, Stadt- und Straßenfeste und vieles weitere mehr. Der Erhalt und die Entwicklung der kulturellen Infrastruktur in ihrer Vielfalt ist Grundvoraussetzung für den Kulturtourismus. Der Bund muss seiner besonderen Verantwortung gerecht werden und Länder und Kommunen vor allem finanziell besser ausstatten. Viele Kommunen stehen vor dem Ruin und sind nicht mehr in der Lage ihre öffentliche Infrastruktur aufrecht zu erhalten.“, kommentiert Kerstin Kassner den Antrag der Regierungskoalition weiter.
„Es ist zwingend nötig, einen Pakt zwischen allen föderalen Ebenen zu schließen, um die kulturelle Infrastruktur nicht nur zu bewahren, sondern für alle Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland noch attraktiver zu machen. Nicht nur die derzeitige Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern sieht die kulturellen Einrichtungen – vor allem die Theater – leider vor allem als Kostenfaktor und nicht als einzigartigen und förderungswürdigen Standortvorteil. Der Buchenwald in Jasmund, das Nationalparkzentrum Königstuhl und die UNESCO-Welterbestadt Stralsund ziehen Besucher aus aller Welt an die Ostsee und stärken damit gerade den ländlichen Raum. Eine nachhaltige und behutsame Weiterentwicklung dieser Stätten steht erst am Anfang. Besonders wichtig ist mir, dass alle Menschen Zugang zu kulturellen Einrichtungen haben und vor allem Kinder- und Jugendliche nicht aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werden. Die Anregungen durch Reisen und gemeinsame kulturelle Erlebnisse sind für die Entwicklung und den Zusammenhalt der Gesellschaft nicht zu unterschätzen. Leider verdienen viele Kunst- und Kulturschaffende immer noch viel zu wenig. Ihre Arbeit muss auch durch angemessene Bezahlung Anerkennung und Unterstützung finden. Hilfreich wäre auch eine bessere Vernetzung aller kulturellen Angebote durch eine gemeinsame Online-Plattform, um kulturtouristischer Angebote besser bekannt zu machen“, so Kerstin Kassner weiter.
