Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes absichern
Anlässlich des in Rostock stattfindenden dreitägigen 65. wissenschaftlichen Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland, bei dem rund 700 Ärzte und Zahnärzte aus den Gesundheitsämtern zusammenkommen, erklärt Björn Griese, stv. Landesvorsitzender der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern:
Der bundesweite Abbau des Personals im Öffentlichen Gesundheitsdienst ist besorgniserregend. Von 1995 bis 2013 ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in diesem Bereich um 36 Prozent gesunken. Das gefährdet die Erfüllung der vielfältigen gesetzlichen Aufgaben der Gesundheitsämter, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Die unbefriedigenden Zustände werden u.a. im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit deutlich. Neben den Einschulungsuntersuchungen sollten eigentlich auch die schulärztlichen Untersuchungen in Klasse 4 und 8 flächendeckend stattfinden. Tatsächlich werden sie jedoch in einigen Landkreisen nur bei rund zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Bei den zahnärztlichen Untersuchungen konnten zum Beispiel in Nordwestmecklenburg sogar nur drei Prozent abgedeckt werden.
Dabei sind diese Untersuchungen dringend für die Gesundheit und Entwicklung der Kinder und Jugendlichen notwendig. Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch und Übergewicht bzw. Adipositas stellen in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ein großes Problem dar. Von der Einschulung bis zur Klassenstufe 8 verdoppelt sich die Zahl der übergewichtigen bzw. fettleibigen Jugendlichen.
Die Landesregierung muss die Kommunen endlich materiell und personell so ausstatten, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst seinem gesetzlichen Auftrag nachkommen kann. Es kann nicht sein, dass das Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Mecklenburg-Vorpommern tausendfach gebrochen wird. Die Finanzausstattung der Kommunen über das Finanzausgleichsgesetz muss endlich neu und auskömmlich geregelt werden. Außerdem sind die vergleichsweise schlechte Vergütungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Öffentlichen Gesundheitsdienst anzupassen, um dem Personalmangel entgegen zu wirken.
