Auf die Demokraten kommt es an! LINKE kritisiert Aussagen des AFD Kreisvorsitzenden
Der Kreisvorstand DIE LINKE. Nordwestmecklenburg hat auf seiner Kreisvorstandssitzung das offensichtliche Sinken der Hemmschwelle für Gewalttaten gegenüber Menschen, die vor Gewalt und Krieg zu uns geflüchtet sind, scharf kritisiert. Anlass der Debatte waren sowohl die von allen einhellig verurteilten Taten gegen zwei Syrer am letzten Wochenende in Wismar als auch die zunehmende Verrohung von Sprache und Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund in sozialen Netzwerken und im realen Leben in unserem Landkreis.
Zur Stellungnahme des AfD-Kreisvorsitzenden zu dieser Thematik äußerte sich der Kreisvorsitzende Horst Krumpen: „Ich halte es persönlich für wenig glaubwürdig, wenn einerseits der offizielle Vertreter einer Partei in anderen Bundesländern offenen Hass gegen Flüchtlinge schürt, indem er auf Kundgebungen über angebliche Vergewaltigungsgefahren und den scheinbaren Verlust der deutschen Heimat schwadroniert und sich andererseits mit dem Ausdruck der Empörung über die Gewalttaten am letzten Wochenende in Wismar äußert.
Die von dieser Partei ausgehende Gefahr sowohl für die Gesellschaft als auch für das soziale Miteinander darf nicht unterschätzt werden. Aussagen, die darin gipfeln, auch den Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge in Erwägung zu ziehen, sind für manche Gewalttäter Teil ihrer Rechtfertigungsstrategie. Dem unerträglichen Populismus dieser Partei und dem Versuch, die Flüchtlinge gegen Menschen auszuspielen, die in unserer Gesellschaft am Rand stehen, kann nur begegnet werden, in dem eine andere Sozialpolitik betrieben wird.
Das Menschen am Ende eines langen Arbeitslebens mit Grundsicherung auskommen müssen oder Arbeitslose mit den Sanktionen eines Hartz-IV-Systems drangsaliert werden, ist schlimm und bedarf dringend einer Änderung. Diese Tatsachen haben aber mit den ankommenden Asylbewerbern absolut nichts zu tun oder hatten wir bevor die Flüchtlinge kamen, mehr Geld für Rentner oder Langzeitarbeitslose?
Wenn der ehemalige Landratskandidat Herr Grimm etwas tun möchte für Bedürftige, so kann seine Partei dies auch mit Anträgen im Kreistag oder an anderen Stellen der Kommunalpolitik tun, da ist jedoch wenig zu hören oder zu sehen. Pragmatismus statt Populismus wäre der richtige Ansatz, bedeutet jedoch Arbeit und bringt weniger Beifall auf der Straße.“
