Fahrbibliothek weiterführen!
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag von Nordwestmecklenburg, Björn Griese, erklärt zur drohenden Einstellung der Fahrbibliothek:
„Alle Jahre wieder …“ kommt im Zuge von Einsparungsbemühungen die Diskussion über die Einstellung der Fahrbibliothek über die Kreistagsmitglieder in Nordwestmecklenburg. Bisher kamen diese Vorstöße meist von Mitgliedern der CDU-Fraktion. Diesmal geht jedoch die Kreisverwaltung voran.
Als Tischvorlage kam der Sparvorschlag in den Bildungsausschuss u.a. mit der Begründung, dass das Land die entsprechende Förderung einstelle. Anfang September jedoch die Korrektur von Bildungsminister Mathias Brodkorb: „Die Fahrbibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern können auch im kommenden Jahr finanzielle Unterstützung vom Bildungsministerium bekommen.“ Die Änderung der Kulturförderrichtlinie sei um ein Jahr verschoben. Der Minister hat scheinbar erkannt, dass weiterer Kahlschlag im Kulturbereich vor der Bundestagswahl am 22. September und der Kommunalwahl im Frühjahr 2014 bei den Wählerinnen und Wählern nicht gut ankommen wird.
Umso unverständlicher ist für die LINKE jedoch, dass Landrätin Birgit Hesse die Vorlage zum Kreistag nicht zurückzieht. Weiter werden Einspareffekte und die rückläufige Zahl der Gemeinden, die den Bücherbus nutzen und mitfinanzieren, angeführt. Bis zur Sitzung des Finanzausschusses vor zwei Wochen wurden diese Gemeinden noch nicht einmal befragt, ob sie zum Bücherbus stehen und ggf. sogar mehr Geld dafür ausgeben würden.
Bildung und Kultur sind nicht kostendeckend und sollten uns das Geld wert sein. Der Bücherbus, der in der Region Gadebusch verkehrt, ist in dieser Gegend bis heute alternativlos. Das Internet, so überhaupt verfügbar, ersetzt dieses Angebot für viele Menschen nicht. Für Ältere ist der Weg in die nächste Bibliothek oft weit und beschwerlich. Für Kinder ist Lesen auch außerhalb der Schule wichtiger Bestandteil der Bildung. Die alternativlose Einstellung der Fahrbibliothek wäre ein kultur- und bildungspolitischer Kahlschlag in unserem Kreis. DIE LINKE fordert daher die Landrätin auf, die Vorlage zum Kreistag am 12. September zurückzuziehen.
