
Adé Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Krankenhaus Wolgast
Zu den Schließungsabsichten des Sozialministeriums für die Geburtsvorbereitung und der Kinderstation im Krankenhaus Wolgast – eine Stellungnahme von Gerhard Scholz, Ortsvorsitzender DIE LINKE in Wolgast: Die Region Wolgast/Insel Usedom muss wegen des „betriebswirtschaftlichen Denkens“ auf euch verzichten, meint der „Geschäftsführer der Landes-Krankenhausgesellschaft“, Herr Gagzow. Und die Sozialministerin Frau Birgit Hesse, deren hübschen Gesicht die „schwere Entscheidung“ nicht gerade deutlich anzusehen war, ist der Überzeugung, dass andernfalls die Krankenhäuser in Wolgast und in Anklam „krachen gehen“ würden.
Die Region Wolgast/Insel Usedom muss wegen des „betriebswirtschaftlichen Denkens“ auf euch verzichten, meint der „Geschäftsführer der Landes-Krankenhausgesellschaft“, Herr Gagzow. Und die Sozialministerin Frau Birgit Hesse, deren hübschen Gesicht die „schwere Entscheidung“ nicht gerade deutlich anzusehen war, ist der Überzeugung, dass andernfalls die Krankenhäuser in Wolgast und in Anklam „krachen gehen“ würden.
Wir Demonstranten, an denen die Frau Ministerin am 3. November vorbei musste, sind von der Alternativlosigkeit dieser betriebswirtschaftlichen Entscheidung keineswegs überzeugt. Wir haben gesehen, mit welchen schäbigen Mitteln und Methoden unser Kreiskrankenhaus seit der Übernahme durch die Unimedizin Greifswald von den Geschäftsführern heruntergewirtschaftet wurde. Und auch die Frau Ministerin weiß das. Als ich ihr zurief, dass auch die finanziellen und sozialen Interessen der Betroffenen, vor allem der Frauen und Kinder, in solche Entscheidungen eingehen müssen, fand sie keine Antwort. Im Jahr 2016, an dessen Anfang die Kinder- und Frauenabteilungen nach Anklam ausgelagert werden sollen, sind auch wieder Landtagswahlen!
Aber die Frau Hesse, die ja sicherlich auch wiedergewählt werden möchte (?), hat natürlich auch ein Trostpflästerchen für uns. Mit einem Millionenaufwand wurde in Wolgast auf dem KKH ein neues Stockwerk aufgebaut zur Errichtung einer geriatrischen Klinik. Unter Geriatrie, das kannte ich bisher auch nicht, versteht man die medizinischen, psychologischen und sozialen Probleme von älteren Patienten. Nun ja; danke, ehrlich gesagt, mit meinen 87 Jahren würde ich gern darauf verzichten, denn ich fürchte unter den gegenwärtigen Bedingungen vor allem die psychologische und soziale Betreuung. Die Millionen wären für den Erhalt der nun zum Abschuss stehenden Einrichtungen sicherlich besser genutzt.
Was wird nun mit den leergezogenen Räumlichkeiten im KKH?
Aber welch ein Trost, Herr Wygold bietet den in Wolgast freiwerdenden Ärzten wenigstens eine „gute Chance“, allerdings verbunden mit einem Umzug an den neuen Wirkungsort. Und das andere Personal? Und die betroffenen Patienten und deren Angehörige? Werden Sie, Herr Dr. Wygold, deren Rechnungen bezahlen?
Nein, ihre und ihresgleichen Taktik lassen wir nicht aufgehen, wir lassen uns nicht gegen Anklam um die in Frage stehenden Abteilungen der Krankenhäuser hetzen, wir fordern den Erhalt dieser Abteilungen in einem arbeitsfähigen Zustand in beiden Städten. Darin liegt ihre Verantwortung und die der Frau Hesse.
Nein, Herr Gagzow, wir akzeptieren nicht die „schwere Entscheidung, die das Überleben sichert“. Wir fordern mehr, statt fortwährenden Sozialabbau ein friedliches und sozial gerechtes Leben!
Wir, DIE LINKE, meinen, es sind noch viele Fragen offen. Und ihre Aussage, Frau Hesse, möchten wir leicht abwandeln: Wolgast muss ein Zentrum der medizinischen Grund- und Regelversorgung mit allen bisherigen Abteilungen bleiben, und zwar mit arbeitsfähigen Abteilungen.
Und gerade in einer Zeit des massenhaften Zuzugs von Flüchtlingen, der auch die Folge deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik ist, sind derartige soziale Einschnitte politisch überhaupt nicht vertretbar!
Wir erwarten von der Landesregierung und von der verantwortlichen Geschäftsführung eine umgehende Korrektur dieser getroffenen Entscheidung.
DIE LINKE – Ortsverband Wolgast
Gerhard Scholz
Vorsitzender
