
Kerstin Kassner auf Achse im Wahlkreis
Noch immer dümpelt das Schiff Bundestag im Berliner Politikfahrwasser vor sich her. Wohin die Reise in den nächsten vier Jahren gehen soll, haben die Großkoalitionäre die Wählerinnen und Wähler mit dem Koalitionsvertrag inzwischen wissen lassen. Oder auch nicht. Denn letzterer enthält neben Prüfaufträgen, halbherzigen Umsetzungen von Wahlversprechen (Mindestlohn) fragwürdige Vorgaben (Deckelung der erneuerbaren Energien) auch komplette Löcher (keine Volksentscheide).
Darüber diskutierte ich am Montag im Rahmen der Rosa-Luxemburg- Veranstaltung „Große Koalition, kleine Opposition – und die Bürger?“ mit meiner Bundestagskollegin von der SPD Sonja Steffen in Bergen. Übrigens gab es aus den Reihen der Gäste erneut die Forderung nach einer Zusammenarbeit linker Kräfte in Deutschland. In der Praxis sieht es eher nicht danach aus, wenn eine Mehrheit der SPD-Mitglieder für den Koalitionsvertrag stimmt. Intern berieten wir am Montag über die Herausgabe eines kleinen roten Magazins für Mitglieder und Einwohner im Landkreis Vorpommern-Rügen, das künftig vier mal im Jahr über linke Bundestags-, Landtags- und Kreistagspolitik informieren soll. Hier ist nicht nur Mitarbeit sondern auch ein frecher Namensvorschlag gesucht.
Woher kommt unsere Energie in 20-30 Jahren und wer hilft, wenn ich alt bin? Das sind Fragen, die man nicht auf die lange Bank schieben sollte. Deshalb informierten wir uns am Mittwoch im Max-Planck-Institut in Greifswald über das Fusionsexperiment Wendelstein 7-X und im TZV über viele Initiativen und Projekte für eine alternde Gesellschaft. Es stimmt schon, für die Fusionsforschung ist bisher ohne Gegenleistung in Form erzeugter Elektroenergie schon richtig viel Geld „verbraten“ worden, aber trotzdem wäre es nicht gut jetzt die Reißleine zu ziehen. Der tägliche Energiehunger in der Welt ist schon jetzt gewaltig, er wird weiter wachsen und nicht durch Atomkraft oder mit fossilen Energieträgern zu decken sein.
Viel näher am Tagesgeschäft sind Jenny Kempka und Harald Feuerhermel am TZV in Greifswald, die sich mit Konzepten und Hilfsmitteln für ältere Menschen/Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen. Da gibt es schon jede Menge Ideen und Hilfsmittel, aber sie sind noch zu wenig bekannt, obwohl sie schon heute dringend benötigt werden. Mecklenburg-Vorpommern braucht diese klugen und engagierten Menschen, wenn es als Gesundheitsland ernst genommen werden will.


