Weltfriedenstag in Strasburg (Um.)

Etwa 100 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Strasburg, darunter zwei Schulklassen und die Stadtverwaltung, folgten der Einladung des Aktionsbündnisses „Vorpommern – weltoffen, demokratisch, bunt“, Arbeitsgruppe Strasburg (Um.) sowie der Stadtpräsidentin, initiiert von der örtlichen LINKEN. Aus Anlass des Weltfriedenstages, zugleich der 75. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkrieges durch das faschistische Deutschland, fand eine Kundgebung auf dem Markt statt.
Bürgermeister Norbert Raulin verwies in seiner Begrüßung darauf, dass ausgerechnet an diesem Jahrestag die Bundesregierung beschlossen hat, Waffen in ein Kriegsgebiet zu senden, applaudiert durch eine Mehrheit des Bundestages. Seitens der AG nannte der BO-Vorsitzende der LINKEN, Wolfgang Dietrich, die Zahl 14.400: So viele Kriege habe es in der Geschichte der Menschheit bisher gegeben – mit 3,5 Milliarden gemordeten Menschen. Allein 2013 waren es weltweit 30 Kriege.
Benno Plassmann, Schauspieler, Regisseur und ehemaliger Sprecher des kreislichen Aktionsbündnisses,  hob als Hauptredner das Gedenken als kulturelle Aufgabe aller Generationen der Gesellschaft hervor, das keine Vernachlässigung erfahren dürfe. Anhand einzelner Beispiele verdeutlichte er diese Anforderung, der sich die StrasburgerInnen mehr stellen müssten. So dürften Täter, die sich in der Zeit des Faschismus schuldig gemacht haben, nicht zu Opfern uminterpretiert werden. Den neuen Nazis in Strasburg dürfe kein Raum gegeben werden.
Ein Info-Stand der LINKEN bot den gesamten Vormittag Gelegenheit zu Meinungs- und Gedankenaustausch.
Im Übrigen war es die erste größere Veranstaltung zum Weltfriedenstag in Strasburg nach der „Wende“. Allerdings hatten sich jährlich am 01. September (wie auch am 08. Mai) eine Handvoll Menschen, zumeist LINKE, zu Mahnung und Gedenken getroffen.

Wolfgang Dietrich           

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