CSD Rostock – Rückfall der Verwaltung in das letzte Jahrtausend
Zu den Auflagen der Rostocker Stadtverwaltung, die dazu führen könnten den Rostocker CSD zu verhindern, erklärt Peter Brill für die Landesarbeitsgemeinschaft queer in der LINKEN. Mecklenburg-Vorpommern:
Ich fordere den Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Herrn Roland Methling, auf, sich sofort und unmittelbar einzuschalten und die Durchführung des Rostocker CSD, so wie in den letzten Jahren zu ermöglichen. Alles andere wäre ein Rückschritt in die dunklen Zeiten des letzten Jahrtausends, als Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle sich aufgrund ihrer Sexualität verstecken mussten.
Für die Hansestadt Rostock wäre dies mehr als nur ein Armutszeugnis, sondern ein Zeichen der öffentlichen Verwaltung gegen Demokratie und Toleranz sowie Wasser auf die Mühlen von Rechtsextremisten, denen die CSD im Lande ein Dorn im Auge sind.
Offensichtlich ist der Rostocker Stadtverwaltung nicht bewusst, wie eine CSD-Veranstaltung abläuft. Seit Jahren findet der größte CSD des Landes in Rostock statt. Immer mit dabei Schwule, Lesben und transsexuelle Menschen in bunten Kostümen. In diesem Jahr fällt dies plötzlich unter das Vermummungsverbot. Der CSD ist der Tag, an dem Menschen ihre Sexualität nicht, wie sonst oft im Alltag, verstecken wollen. Genau das ist der Ansatz des CSD, die Vielfalt der sexuellen Orientierungen darzustellen, für die Akzeptanz und Gleichstellung aller Lebensweisen zu demonstrieren. Dazu gehören auch Männer in Kleidern, Röcken oder Lack und Leder sowie Frauen in Anzügen. Letzteres gilt übrigens im Alltag als legitim und sicher „vermummen“ sich nach dieser Logik auch einige Mitarbeiterinnen in der Rostocker Stadtverwaltung.
Hinzu kommen Auflagen, die das Abspielen von Musik und das Aufstellen von Bänken untersagen. Ein Straßenfest ohne Musik? Eine Podiumsdiskussion mit Rostocker Direktkandidaten für die Bundestagswahl ohne, dass die Menschen auf dem Platz sitzen können?
In mir regt sich der Eindruck, dass durch die Auflagen der Rostocker Stadtverwaltung der größte CSD des Landes verhindert werden soll. Das darf im Interesse der gelebten Pluralität von Lebensentwürfen nicht Wirklichkeit werden.
