
Volkstheater: Rostocker Bürgerschaft trifft eine fatale Entscheidung
Mit 26 zu 21 Stimmen wurde die Schließung der Sparten Musiktheater und Tanz beschlossen. Grundlage war ein durch CDU, SPD und Grüne eingebrachter Antrag, der zuvor mit Minister Brodkorb und Oberbürgermeister Methling in mehreren Kungelrunden verhandelt wurde.
Unter dem Deckmantel, man wolle mit anderen Theater kooperieren, wird in den nächsten Jahren massiv Personal abgebaut und das Angebot des Hauses eingestanzt. Während der Oberbürgermeister deutlich machte, dass es sich tatsächlich um eine Schließung mit Stellenabbau handelt, ergingen sich Grüne und SPD in langen Reden über die „Chancen“, die sich aus einem „Kooperationsmodell“ ergäben. Vermutlich haben sie teilweise gar nicht begriffen, dass der Rest aus Orchester und Schauspiel nicht überlebensfähig ist. Denn auch auf die warnenden Argumente der Geschäftsführung des Theaters wurde gar nicht eingegangen. Die erheblichen Risiken und Unstimmigkeiten wurden völlig ignoriert. Stattdessen feierten die Sozialdemokraten die Rückkehr zum Flächentarif – der kein echter ist und 81 Arbeitsplätze kostet – und beschwichtigten, betriebsbedingte Kündigungen seien grundsätzlich ausgeschlossen. Man werde den Mitarbeitern ein anderes Arbeitsangebot außerhalb des Theaters machen, so die SPD. Roland Methling hingegen verdeutlichte, dass bereits 2017 ein massiver Personalabbau umgesetzt werden müsse. Immer wieder wurde in der Debatte betont, man wolle nach 20 Jahren Dauerdiskussion um das Theater endlich „Ruhe“ haben und das Haus „zukunftssicher“ aufstellen. Dass das vorgelegte Konzept dazu überhaupt nicht geeignet ist, wurde ausgeblendet. Blindwütig haben die besagten politischen Kräfte die Zersetzung des Volkstheaters eingeläutet.
Wir werden nun gemeinsam mit der Bürgerinitiative Volkstheater über ein Bürgerbegehren sprechen. Vermutlich kann man die Mehrheiten in der Bürgerschaft nicht mehr kippen, aber der politische Druck auf die Theatergegner darf nicht abreißen. Liebe Rostockerinnen und Rostocker, bitte besuchen sie weiterhin die Vorstellungen unseres Volkstheaters! Jetzt erst recht!
