
Das muss drin sein – Tarifvertrag für die Beschäftigten im Sky Servicecenter Schwerin
Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion DIE LINKE Helmut Holter und der gewerkschaftspolitische Sprecher Henning Foerster haben heute die Streikenden vor dem Sky Servicecenter im Schweriner Eckdrift besucht. Dazu erklären die beiden Abgeordneten:
Helmut Holter: „Seit langem warten die Kolleginnen und Kollegen im Sky Servicecenter darauf, dass ihre guten Leistungen und die hohe Flexibilität an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr sich auch in der Entlohnung, beim Urlaubsanspruch oder in der Vereinbarung von Zuschlägen für Dienste zu ungünstigen Zeiten niederschlägt. Leider sind bislang alle Angebote der Gewerkschaft ver.di diesbezüglich Verhandlungen zu führen von der Geschäftsführung ausgeschlagen worden. Daher bleibt augenblicklich nur die Möglichkeit den Forderungen mittels Warnstreik Nachdruck zu verleihen. Ich unterstütze das Anliegen der Kolleginnen und Kollegen und fordere die Geschäftsführung auf, an den Verhandlungstisch zu kommen.“
Henning Foerster: „Mehr als 12.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in den Servicecentern des Landes. Nur die Hälfte davon sind Vollzeitbeschäftigte von denen wiederum die Hälfte trotz Vollzeitbeschäftigung nur Löhne unterhalb der für Ostdeutschland definierten Armutsgrenze von 1.545 Euro bekommt. Sprichwörtlich für die Verhältnisse bei Sky Schwerin ist die auf Plakaten heute nachgezeichnete Lohnentwicklung von 1,23 Euro binnen 15 Jahren. Dazu kommt, dass Befristungsmöglichkeiten bis aufs letzte ausgeschöpft werden. Umso bemerkenswerter sind der Mut und die Kreativität, den die Kolleginnen und Kollegen bei Sky Schwerin heute an den Tag gelegt haben. Im Land profitieren momentan lediglich Beschäftigte großer Inhouse Servicecenter, zum Beispiel der DB AG von tariflichen Regelungen. In den frei am Markt operierenden Servicecentern sucht man Tarifverträge dagegen vergebens. Ein Hauptproblem bleibt das Fehlen eines tariffähigen Arbeitgeberverbandes, mit dem Gewerkschaften einen Branchentarifvertrag verhandeln könnten. Da die Branche nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes offenbar der Auffassung ist, diesen bräuchte man nicht mehr, muss wie im Beispiel von Sky ein Haustarifvertrag verhandelt werden. Eigentlich bräuchte es aber ganz andere Signale. Wenn die Servicecenterbranche ihren Fachkräftebedarf künftig decken will, muss sie sich endlich auch in Sachen Entgelt und Arbeitsbedingungen bewegen.“
