LINKE fordert Ehrlichkeit und Qualität in der Debatte über eine 24-Stunden-Kita

„Die SPD vergreift sich im Ton.“, stellt Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Rostocker Bürgerschaft, fest. „Wir beschäftigen uns seit Wochen mit dem Thema und führen Diskussionsrunden dazu durch. Dabei fällt immer wieder auf, wie vielschichtig die Debatte ist und das man sie nicht ideologisch führen sollte.“ DIE LINKE ist für eine Diskussion offen, fordert aber eine Rückkehr zur Sachlichkeit.

„Vor allem fragen wir uns, ob Rostock ein solches Angebot tatsächlich anbieten will. Es geht nicht nur um Ärzte der Uni-Klinik oder um Polizisten, wie die SPD gerne behauptet. Es geht auch um Arbeitnehmer, die nachts als Call-Center-Agenten arbeiten. Ständig stellen Bürgerschaft und Verwaltung fest, dass die Sozialkosten in Rostock steigen, weil mehr Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig sind und von ihren Einkommen nicht ohne Hilfe leben können. Deshalb müssen wir kritisch hinterfragen, ob wir als öffentliche Hand diese problematische Entwicklung des Arbeitsmarktes mit einer nächtlichen Betreuung der Kinder auch noch verfestigen wollen.“, so Kröger mit Blick auf die Stadtentwicklung.

Unverständnis zeigt Kröger gegenüber der Landesregierung: „Man kann nicht ständig die Stadt Rostock ermahnen, sie müsse unbedingt Geld sparen und andererseits fordern, dass ein zusätzliches Angebot eingerichtet wird. Wer bestellt, muss bezahlen. Dann soll die Landesregierung zeigen, wie sie sich an den Kosten beteiligen möchte.“

Eine erste Befragung der Universität bei 4000 Eltern hat ergeben, dass ein Großteil der Eltern das Angebot zwar gut fänden, es selbst aber gar nicht in Anspruch nehmen würden. „Diesen Unterschied sollte man nicht ignorieren, wenn man ehrlich über den Bedarf in Rostock redet.“, so Kröger.

Zudem sieht sie die Unternehmen in der Pflicht: „Es wäre gut, die Unternehmen zu ermutigen, eigene Lösungen zu suchen. Besonders wenn es um Beschäftigte des öffentlichen Dienstes geht. Die Polizei ist in der Pflicht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbst zu gewährleisten.“, so Kröger.