Für einen Aufbruch

von Wenke Brüdgam, Mitglied des Landesvorstandes und Torsten Koplin, Mitglied der Linksfraktion im Landtag
Unsere Partei präsentiert sich nicht in ihrer besten Verfassung: Die SPD hat mit einem „neuen“ Star die soziale Rhetorik für sich wiederentdeckt, redet nun vollmundig von „Gerechtigkeit“ und wie dazumal Bill Clinton von „hart arbeitenden Menschen“. Worte wie „Armut“ oder „Ungleichheit“ verwenden sie wohlweislich nicht, denn diese könnten auf sie selbst zurückfallen. 
Derweil schlägt die AfD mit völkischen Parolen kräftig Schaum und wirbelt die Parteien- und Medienlandschaft durcheinander. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene fühlen sich viele Genossinnen und Genossen verunsichert, dieser Situation zum Teil ohnmächtig ausgesetzt – erst Recht in unserem Landesverband mit der verlorenen Landtagswahl 2016 im Nacken. Alle fordern Lösungen, neue Ideen und Strategien, doch noch fehlen uns griffige Antworten.
Wir brauchen einen Aufbruch!
Nach der Wahl im vergangenen Jahr beschloss der Parteitag eine Strategiewerkstatt und seit dem werden Regionalkonferenzen zur Neuausrichtung durchgeführt. Der Landesvorstand, der im Herbst 2017 gewählt wird, muss sich im 10. Jahr der Gründung der Partei DIE LINKE schwierigen Fragen stellen: Wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit, doch wie können wir uns als diese behaupten? Wir wollen den Protest, doch wie gestalten wir ihn überzeugend, konstruktiv und mobilisierend? Haben wir die richtigen Antworten auf aktuelle Fragen? Bleiben wir Volkspartei im Osten oder werden wir zur „Splittergruppe“? Gestalten wir Politik oder haben wir nur mit uns selbst zu tun? Vergeht die PDS, bevor sich DIE LINKE etablieren kann?
In einer solchen Situation haben wir, Wenke und Torsten, uns darüber Gedanken gemacht, worin unsere Verantwortung liegt, wie wir uns noch intensiver und wirksamer als bisher einbringen können. Ratschläge geben, das reicht uns nicht mehr. Wir wollen Verantwortung übernehmen und kandidieren daher im November 2017 gemeinsam als Landesvorsitzende.
Warum Doppelspitze?
Schon immer haben wir im Landesverband strittig diskutiert, ob zwei Leute ein harmonisches, starkes Team sein können. Wir glauben: Ja, das klappt! Dabei geht es nicht um Proporz, Alt und Jung, Ost und West, ganz links und linker. Wir machen ein Angebot an die jetzigen Mitglieder, aber auch an potentielle neue MitstreiterInnen, wie es auf anderen Ebenen und in anderen Parteien längst üblich ist und einer modernen, linken und vor allem emanzipatorischen Partei gut zu Gesicht stehen würde. Zwei Spitzen sind nur gut, wenn sie mit der Kraft und dem Enthusiasmus eines Duos die Partei voranbringen und dabei einander ergänzen. Wir treten als Team an, weil wir davon überzeugt sind, uns gegenseitig in unserem Tun zu unterstützen – vieles gemeinsam für und mit der Partei besser zu machen.
Es funktioniert nur gemeinsam
An dieser Stelle können wir leider nicht alle unsere inhaltlichen Angebote darlegen. Wir wollen die kommenden Monate nutzen, um mit Euch ins Gespräch zu kommen, um Euch von unseren Ideen zu überzeugen und um Eure Unterstützung zu werben. Lasst uns reden – miteinander statt übereinander! Lasst uns gemeinsam inhaltlich arbeiten, Verunsicherung und Stillstand beenden, lasst uns gemeinsam neuen Zeiten begegnen!