LINKE für Impf-Pflicht bei Masern

Die Fraktion DIE LINKE im Landtag MV begrüßt die aktuelle Debatte und Überlegungen über eine Verbesserung des Impfschutzes von Kindern, insbesondere bei den hochansteckenden Masern.
„Wir sprechen uns für verbindlichere Regelungen zum Schutz vor Masern aus. Konsequenterweise ist dies eine gesetzliche Impfpflicht.“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Koplin am Montag.
„Auf dem Gebiet der primären Prävention bestehen hierzulande immer noch erhebliche Defizite. Nicht anders ist es zu erklären, wenn das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis zum Jahr 2010 weltweit die Erkrankung an Masern auszurotten, deutlich verfehlt wurde. Im Gegenteil. Die Zahl der registrierten Masern – Fälle nimmt wieder zu. Waren es bundesweit im Jahr 2011 1.608 und im vergangenen Jahr nur 165 Fälle, so meldete das Robert – Koch – Institut bereits im ersten Halbjahr diesen Jahres 1.070 Fälle. Ein wirksamer Schutz ist angesichts des hohen Ansteckungspotentials dieser Erkrankung tatsächlich nur bei einer Impfpflicht gewährleistet.“, so der Landtagsabgeordnete.
„Ein konsequenter, gesetzlich normierter Impfschutz gegen Masern ist auch für Mecklenburg-Vorpommern ein Thema. In unserem Bundesland hat sich in den vergangenen 12 Jahren der Impfstatus von Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen verbessert. Hingegen ist die Rate der Immunisierung vor Masern bei den Schülern der 8. Klasse rückläufig. Sie reduzierte sich bei denen, die mindestens zwei Schutzimpfungen erhielten von 97 auf 94 Prozent. Dies ist zwar immer noch ein hoher Wert, jedoch relativiert sich dieser angesichts der hohen Ansteckungsgefahren.“ sagte der Linkspolitiker Koplin.
Eine gesetzliche Impfpflicht stellt immer auch Einschränkung der individuellen Freiheit dar. Zur ihr braucht es triftige Gründe. Sie darf es dort, wo es der Schutz des Lebens und der Gesundheit der Anderen es gebietet.