Linksfraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte gegen normierte Fließbandberatung des Jobcenters MSE Süd
Stellungnahme von Torsten Koplin, MdL und Mitglied der Linksfraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte zum Beitrag im Nordkurier vom 29.01.2014 – „Berater haben nur noch 20 Minuten für die Arbeitslosen“
Die Linksfraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte fordert, dass das Jobcenter MSE Süd die auf 20 Minuten normierte Fließband-Beratung wieder aufhebt. Mit dieser Norm wird der Rechtsanspruch der Hilfebedürftigen nach einer Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation ausgehebelt. Sie setzt sowohl den Leistungsempfänger als auch den Mitarbeiter des Jobcenters unter Druck. Hier kann die Beteuerung von Herrn Hänsch(Leiter des Jobcenters MSE Süd) wenig zum Verständnis beitragen, denn zuvorderst gilt die spezielle Dienstanweisung.
Im Übrigen steht das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpasste zeitliche Korsett im Widerspruch zu einem gültigen Papier des zuständigen Bundesministeriums zu Handlungsansätzen für Beratungen. In ihm wird betont, dass sich eine zeitintensive Beratung lohnt, ist sie doch Grundlage für den Aufbau eines Vertrauensverhältnis zwischen dem Hilfesuchenden und dem Jobcenter. Die Linksfraktion hält eine normierte Beratungszeit für völlig untauglich, müssen doch gerade bestehende Vermittlungshemmnisse stressfrei sondiert werden können, um wirksame Handlungsansätze und Perspektiven zu entwickeln.
