Linksfraktion im Kreistag MSE will Erhalt der Schuldnerberatungsstellen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
„Wir setzen uns für den Erhalt der Schuldnerberatungsstellen im Kreis in ihrer jetzigen Struktur ein.“, erklärte der Kreistagsabgeordnete Torsten Koplin im Nachgang zur gestrigen Sitzung (16.09.14) des Sozialausschusses des Kreistages MSE.
Gegenwärtig gibt es in Waren, Neubrandenburg, Demmin und Neustrelitz Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen. Angesichts der Kostenentwicklung und dem gleichzeitig angekündigtem Rückgang der Förderung haben die Träger der Beratungsstelle in Waren, Perspektive e.V., das vollständige „Aus“ und die Caritas den Rückzug aus Stavenhagen und Friedland in Aussicht gestellt. Ob die beiden anderen Träger, die Volkssolidarität in Demmin und der Arbeitslosenverband in Neustrelitz unter den gegebenen Umständen ihr Angebot aufrechterhalten, sei derzeit noch ungewiss.
„Ein derartiges Szenario wollen wir unbedingt verhindern., so Koplin. Man stelle sich vor, dass es dann in einem Radius von 30 bis 50 km innerhalb des Kreises kein geeignetes Angebot für Familien und Einzelpersonen mit Ver- oder Überschuldungsproblemen für eine finanzielle und sozialpädagogische soziale Hilfe gibt. Das alles um letztlich ca. 35.000 Euro einzusparen. Wenn man bedenkt, dass 80% derjenigen, die eine Beratungsstelle aufsuchen, Personen ohne eigenes Einkommen sind und sie im Fall fehlender Beratungsstellen ein verbrieftes Recht haben, auf das Sozialamt des Landkreises zurückzugreifen, wird deutlich, dass sich der Kreis wohl eher ins eigene Fleisch schneidet und die ihm zunächst eingesparten Mittel am Ende teurer zu stehen kommen.“, argumentiert der Kreistagsabgeordnete.
Auf Bestreben der Linksfraktion wird sich die Oktobersitzung des Sozialausschusses erneut mit dem Problem befassen – dann auch mit dem formellen Antrag der Linksfraktion, dass der Landkreis die Zuwendung des Jahres 2014 auf 2015 fortschreibt und das der Landrat gegenüber der Landesregierung eine Förderung der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung von mindestens 50 Prozent einfordert. Momentan kann das Land die Beratungsstellen mit bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten fördern. Für den Kreis Mecklenburgische Seenplatte liegt die Landesförderung derzeit unterhalb von 50 Prozent.
