Senkung der Gesundheitsausgaben ist keine Tugend

Zur aktuellen Veröffentlichung der Gesundheitsausgaben im Jahr 2011 des statistischen Bundesamtes erklärt der stellv. Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE. Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin: Die Veröffentlichung der Gesundheitsausgaben im Jahr 2011 belegt, dass trotz Maßnahmen zur Kostenbegrenzung die Ausgaben weiter steigen. Mit einer Steigerung gegenüber 2010 von 1,9 Prozent lag sie dennoch unter der Inflationsrate von 2,1 Prozent. Der Anteil am Bruttosozialprodukt sank um 0,2 Prozent. Damit wird die Mär von ständig steigenden Kosten im Gesundheitswesen widerlegt.

Zur aktuellen Veröffentlichung der Gesundheitsausgaben im Jahr 2011 des statistischen Bundesamtes erklärt der stellv. Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE. Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin:

„Die Veröffentlichung der Gesundheitsausgaben im Jahr 2011 belegt, dass trotz Maßnahmen zur Kostenbegrenzung die Ausgaben weiter steigen. Mit einer Steigerung gegenüber 2010 von 1,9 Prozent lag sie dennoch unter der Inflationsrate von 2,1 Prozent. Der Anteil am Bruttosozialprodukt sank um 0,2 Prozent. Damit wird die Mär von ständig steigenden Kosten im Gesundheitswesen widerlegt.

Während beispielsweise in der Automobilbranche bei einer Steigerung der Absatzzahlen von einer positiven Entwicklung der Umsatzzahlen die Rede wäre, dominiert im Gesundheitswesen die einseitige Interpretation als Ausgabensteigerung. Dabei sind die Ausgaben für Arzneien, ambulante oder stationäre Behandlungen nicht nur Ausgaben der Krankenkassen, sondern auch die notwendige Einnahme für den Landarzt in Torgelow und die Uniklinik in Rostock.

Angesichts der faktischen Kostenstagnation im Gesundheitswesen warne ich vor weiteren Ausgabenkürzungen. Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft hätten

40 Prozent der Krankenhäuser 2012 Verluste geschrieben. Weitere geplante Ausgabenkürzungen würden die dezentrale Krankenhausversorgung in Mecklenburg-Vorpommern bedrohen. Auch zur Sicherung der ambulanten Versorgung in ländlichen Gebieten wird man um weitere finanzielle Anreize nicht herumkommen.

Dennoch ist die faktische Kostenstagnation kein Freibrief für eine Selbstbedienungsmentalität im Gesundheitswesen. Arzneien ohne Zusatznutzen dürfen nicht durch die Gesetzliche Krankenversicherung finanziert werden.

Auch sind fehlenden Ärzten im ländlichen Raum durch einen Abbau der Praxen in Ballungsgebieten zu begegnen.

Letztlich ist eine moderate Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen angesichts der Tatsache, dass wir länger leben und dem Zuwachs an medizinischen Behandlungsmöglichkeiten nur normal. Mit einer Bürgerversicherung wird die Kostensteigerung auch finanzierbar.“