Entgeltschere zwischen Frauen und Männern

Ein Mann, der in Mecklenburg-Vorpommern im Handel beschäftigt ist, verdient durchschnittlich 1.400 Euro netto pro Monat. Eine Frau aus derselben Branche bekommt 250 Euro weniger. Über die Hälfte aller in Ostdeutschland sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die trotzdem auf den zusätzlichen Bezug von Arbeitslosengeld II angewiesen sind, sind Frauen. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern nach wie vor bestehen und die Brutto-Stundenentgelte von Frauen durchschnittlich 23 Prozent niedriger waren als die von Männern. Im Vergleich der EU-Mitgliedsstaaten belegt Deutschland einen der letzten Plätze. Um auf diese gravierenden Ungerechtigkeiten hinzuweisen, finden am morgigen Equal Pay Day zahlreiche Veranstaltungen statt.

Steffen Bockhahn, Landesvorsitzender der LINKEN in M-V dazu:

„Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern ist durch nichts zu rechtfertigen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist immer noch eine aktuelle Forderung, die von der LINKEN voll unterstützt wird. Die Lage der Frauen verschärft sich zusätzlich, weil sie in der Folge alter Rollenbilder oft in Niedriglohnbereiche gedrängt werden. Selbst dort werden sie dann noch schlechter bezahlt als Männer. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Unterschied laut Statistik nur acht Prozent. Das Einkommensminus trifft Frauen aufgrund des niedrigen Lohnniveaus bei uns besonders hart. Ein Ausweg ist der gesetzliche Mindestlohn. Wer sich dem verweigert, befördert fortgesetzte Ungerechtigkeit. Wenn die SPD über Mindestlöhne spricht, muss sie auch akzeptieren, dass sie diese mit der CDU nicht bekommen wird.“