
„Hitzeschutz darf keine Frage des eigenen Geldes sein: Hitze-Gerechtigkeitscheck und Landesprogramm für gerechten Klimaschutz jetzt!“
Zur aktuellen Debatte um den Hitzeschutz erklärt die Spitzenkandidatin für Die Linke MV, Simone Oldenburg:
„Die zunehmende Hitze trifft nicht alle gleich: Wer eine gut gedämmte Wohnung, einen Garten, ein Auto und Geld für eine Klimaanlage hat, kann sich vor Hitze anders schützen als eine alte alleinlebende Frau in der Platte, eine Familie in einer überhitzten Wohnung oder ein Beschäftigter, der bei 35 Grad draußen arbeiten muss. Hitzeschutz darf keine Frage des eigenen Gelds sein.
Klima- und Hitzeschutz müssen sich zuerst an denjenigen orientieren, die am stärksten gefährdet sind. Das sind diejenigen, die sich nicht selbst schützen können: Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Behinderungen sowie obdachlose Menschen, die der Hitze im öffentlichen Raum oft schutzlos ausgeliefert sind. Gerade hier entscheidet sich, ob Hitzeschutz wirklich funktioniert oder nur auf dem Papier steht.
Das Land verfügt inzwischen über einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan. Die Erstellung kommunaler Hitzeschutzpläne ist bislang nicht verpflichtend. Wir brauchen aber einen Hitzeschutz, der bei den Menschen ankommt – in Pflegeheimen, in Krankenhäusern, in sozialen Einrichtungen und auf der Straße. DIE LINKE MV schlägt deshalb einen Hitze-Gerechtigkeitscheck für alle Kommunen vor.
Das Land soll gemeinsam mit den Kommunen systematisch erfassen, wo die Hitzebelastung besonders hoch ist, wo besonders viele vulnerable und sozial benachteiligte Menschen leben und wo konkrete Schutzmöglichkeiten fehlen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen soll geprüft werden, ob ausreichende Kühlung, Verschattung, Trinkwasserversorgung und hitzetaugliche Notfallpläne vorhanden sind. Für obdachlose Menschen sollen niedrigschwellige Schutzangebote wie kühle öffentliche Räume, Trinkwasserstellen, aufsuchende Sozialarbeit und Notunterkünfte bei Hitze verbindlich mitgedacht werden. Diese Informationen sollen in einem landesweiten Hitze-Gerechtigkeitsindex zusammengeführt werden.
Der Index soll Grundlage für ein Landesprogramm für gerechten Hitzeschutz werden. Wir wollen nicht einfach nach dem Motto verteilen: Wer zuerst einen Antrag stellt, bekommt Geld. Wir müssen dort anfangen, wo die Menschen die größte gesundheitliche Gefährdung haben und die geringsten Möglichkeiten, sich selbst zu schützen – in Pflegeheimen, Krankenhäusern, überhitzten Wohnungen und auf der Straße. Gefördert werden sollen insbesondere Entsiegelung, Bäume und Verschattung, Trinkwasserangebote, kühle öffentliche Räume sowie der hitzegerechte Umbau von Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und kommunalen Gebäuden. Entscheidend ist dabei auch, dass Schutzangebote ohne Auto erreichbar und für Menschen mit Behinderungen barrierefrei zugänglich sind.
Die LINKE will zudem die Umsetzung des bestehenden Hitzeschutzplans verbindlicher machen. Die Kommunen sollen dabei nicht mit zusätzlichen Aufgaben allein gelassen werden. Wir brauchen klare Standards, Beratung und vor allem Geld. Wenn Bund und Land Hitzeschutz ernst meinen, müssen die Kommunen und Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialversorgung bei der Umsetzung finanziell unterstützt werden.
Für DIE LINKE ist klar: Klimagerechtigkeit bedeutet nicht nur, CO₂ einzusparen. Sie bedeutet auch, die Folgen der Klimakrise gerecht zu verteilen und besonders verletzliche Menschen zu schützen. „Wer wenig Geld hat oder auf Pflege, medizinische Versorgung oder Hilfe im Alltag angewiesen ist, darf nicht weniger Schutz vor Hitze bekommen. Im Gegenteil: Wer besonders gefährdet ist, muss besonders geschützt werden.
Hitzeschutz ist Daseinsvorsorge. Wer wenig hat, braucht den stärksten Schutz. Jetzt handeln!“
