Menschenfeindlichkeit in der ganzen Gesellschaft bekämpfen

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen, wurden jüdische Wohnungen und Geschäfte verwüstet, jüdische Friedhöfe geschändet. Tags darauf begann die Verhaftung zehntausender Jüdinnen und Juden und ihre Deportation in die Konzentrationslager. Im Jahr 2010 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 13.622 Straftaten durch Rechtsextreme verübt so offizielle Statistiken. In Mecklenburg-Vorpommern waren es in dem Jahr über 800. Dazu erklärt der Landesvorsitzende der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn:

„Der Kampf gegen menschenfeindliche Propaganda ist eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Viel zu sehr sind Vorurteile und antisemitische Klischees schon in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen. Fast die Hälfte aller Deutschen meint einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge, dass die „Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen sind.“

Hier gilt es Widerspruch zu leisten und aufzuklären. Wer nicht will, dass sich diese Geschichte wiederholt, muss gegen Menschenfeindlichkeit in allen Teilen der Gesellschaft kämpfen. Die im Bundeshaushalt 2012 geplanten Kürzungen von insgesamt fast fünf Millionen Euro bei der Bundeszentrale für politische Bildung und den Programmen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus sind da die falschen Signale. Die Landesregierung täte gut daran, die vermutlich wegfallenden Mittel zu kompensieren.“