
SPD/CDU sind Patienten in der Region Wolgast egal
Zur Ablehnung der Volksinitiative „Zur Wiedereröffnung der Abteilungen Kinder- und Jugendmedizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Wolgast“ durch die Fraktionen von SPD und CDU erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„Die Diskussion hat die verhärteten Fronten noch einmal offenbart. Während meine Fraktion die Anliegen der Volksinitiative aktiv unterstützt, beharren SPD und CDU auf der Schließung der Abteilungen am Kreiskrankenhaus Wolgast. Durch diese Entscheidung ist die wohnortnahe medizinische Versorgung in der Region nicht mehr gegeben. Die ambulant tätigen Gynäkologen, Pädiater und Geburtshelfer können dies nicht ausgleichen, da sie bereits vor der Schließung an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiteten.
Für die Patientinnen und Patienten bedeutet die Schließung deutlich längere Wege und Fahrzeiten, selbst bei freien Straßen. Für Frauen aus der Region Wolgast sind das mindestens 30 bis 60 Minuten und für Frauen aus der Region um Peenemünde etwa 30 bis 80 Minuten. Auch weitere Argumente, die für die Wiedereinrichtung der Fachabteilungen sprechen, stießen bei den Abgeordneten von SPD und CDU auf taube Ohren: Notärzte sind bei gynäkologischen Notfällen in der Regel überfordert, Schwangere dürfen nicht mit dem Hubschrauber befördert werden, und die Notfallversorgung ist bereits außerhalb der Urlaubssaison nicht mehr gewährleistet.
Die Ignoranz der Koalitionsfraktionen ist unverantwortlich, weil die Gefährdung von Patientinnen und Patienten bewusst in Kauf genommen wird. Man setzt wohl auf das Prinzip Hoffnung, es werde schon nichts passieren. Dies ist inakzeptabel. Alle Patientinnen und Patienten müssen überall im Land Zugang zu einer guten und wohnortnahen medizinischen Versorgung haben.“
