Minijobs und Minilöhne führen zu Minirenten

„Diese Zahlen müssten die Alarmstufe 1 auslösen“, erklärt Martina Bunge angesichts von neuen Details zur Altersarmut von Frauen. Die Sprecherin für die ostdeutsche Rentenüberleitung weiter:

„Die Bundestagsfraktion Die Linke hatte die Bundesregierung um Auskunft zu diesem Problem gebeten. Die Antwort bestätigt, was schon vielfach seit langem befürchtet wurde. Minijobs und Minilöhne führen zu Minirenten, von denen niemand leben kann. Ganze 3,11 Euro Rente monatlich erwerben diejenigen, die ein Jahr lang einen 400-Euro-Job hatten. Wenn sie ihre Rentenbeiträge für diesen Minijob aufstocken, kommen sie auf 4,06 Euro. Gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern sind viele Jobs geringfügig entlohnt. In der Gastronomie kommen zum Beispiel rund 13.000 geringfügig Entlohnte auf 34.500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mit häufig ebenfalls miesen Löhnen. Viele davon sind Frauen. Wenn die Bundesregierung jetzt sagt, sie wird die Probleme mit einer Zuschussrente lösen, dann streut sie allen Sand in die Augen. Die Bedingungen, um einen solchen Zuschuss zu erreichen, sind so hoch angesetzt, dass ein großer Teil der Betroffenen sie nicht erfüllen kann. Dazu zählen zu viele Beschäftigungsjahre und die Pflicht zu einer zusätzlichen privaten Rentenversicherung. Wenig Zuschuss für Bedürftige, dafür aber Gewinne für die Versicherungen – so lassen sich die jüngsten Rentenpläne der
Bundesregierung zusammenfassen. Wer Altersarmut vermeiden will, muss für gute Arbeit und gute Löhne sorgen und eine Solidarische Mindestrente in Höhe von 900 Euro einführen. Nicht zuletzt muss endlich eine Angleichung des Rentenwertes Ost an West erfolgen.“