Schröders Flexi-Quote verhöhnt Frauen

Kristina Schröder lässt die totgesagte Flexi-Quote für Frauen in Führungspositionen wieder aufleben. „28 der DAX 30 Unternehmen geben sich individuelle Flexi-Quote für ihre Aufsichtsräte“ so teilte die Ministerin heute in einer Twittermeldung mit. Die Idee der Flexi-Quote war in der Regierungskoalition bisher stark umstritten. Die Flexi-Quote ist eine Quote für den Frauenanteil in Führungspositionen, deren Höhe Unternehmen selbst bestimmen.

Dazu erklärt Steffen Bockhahn, Bundestagsabgeordneter und Hauptberichterstatter für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Haushaltsausschuss: „Die Flexi-Quote bleibt Augenwischerei. Auf der Interseite www.flexi-quote.de kann man anhand der dargestellten Beteiligungszahlen der DAX-Unternehmen ausrechnen, dass der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten von 19,43 Prozent im Jahr 2012 lediglich auf 20,25 Prozent im Jahr 2014 ansteigen soll. Das ist ein Anstieg um lächerliche 0,82 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass Frauen in den Unternehmen weder jetzt noch in Zukunft eine echte Chance auf Mitbestimmung in der Führungsriege bekommen sollen. In keinem Unternehmen sollen Frauen mehr als 30 Prozent Anteil in den Aufsichtsräten erhalten. Unternehmen wie die Metro-Group, Fresenius oder auch die Deutsche Post DHL in denen Frauen rund die Hälfte des Mitarbeiteranteils ausmachen, verzichten gleich ganz auf eine konkrete Zielstellung. Der minimale Anstieg, den diese Initiative verursacht hat, ist ein absolutes Armutszeugnis für Frau Schröder und die Regierungspolitik. Frau Schröder erteilt mit der Flexi-Quote der Gleichberechtigung auf lange Sicht eine Absage.
Was wir brauchen, ist eine feste gesetzlich fixierte Quote von 50 Prozent. Nur eine Regelung, die eine klare Zahl benennt, die an ein festes Datum geknüpft ist und mit spürbaren Sanktionen belegt ist, wird Strukturen aufweichen und Frauen in Unternehmen echte Mitbestimmung ermöglichen.“